unplugged in Zürich West

quintmass – Schweizer Architekturbüro

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05.03.2024 | 01:01h
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05.03.2024 | 01:01h
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Thematischer Hintergrund
„Für jede Generation stellt sich die Aufgabe neu, das überkommene kulturelle Erbe zu bewahren, es weiter zu erschliessen und seine Deutung im Lichte neuer Erkenntnisse und Erfahrungen zu überprüfen. Parallel zur Pflege des kulturellen Erbes muss aber auch das zeitgenössische Kulturschaffen kontinuierlich gefördert werden. Wer einer Nachwelt Zeugen unseres heutigen Tuns hinterlassen will, muss auch das Entstehen heute relevanter Ausdrucksformen ermöglichen.“

„Sicherstellung der Vielfalt setzt die Bereitstellung von Mitteln sowohl zur Wahrung bestehender
kultureller Institutionen wie auch zur Unterstützung neuer Kunstformen voraus.“
(Zitat aus Zürcher Kulturleitbild 2008-2011)

Die Kultur der Klassischen Europäischen Musik (KEM) wird immer weniger konsumiert. Eine Problematik, welcher sich verschiedene Orchester, Städte so wie andere Organisationen zu stellen haben, sofern sie am Fortbestehen der KEM interessiert sind. Ein starker Wandel und vor allem ein immer grösser werdendes Angebot anderer Musik scheint die KEM zu verdrängen. Grundsätzlich wird das KEM-Publikum zahlenmässig kleiner, so dass es schwieriger wird einen grossen Saal zu füllen. Auf diesen Aspekt hat der neue Saal einzugehen. Zur Zeit fehlt in Zürich ein Saal, der höchsten akustischen Ansprüchen genügt, jedoch maximal nur 800-900 Personen Platz bietet. Am ehesten vergleichbar mit diesem Vorhaben ist der Grosse Tonhallesaal Zürich, er fasst bis zu 1500 Personen. Auch hier ist zu beobachten, dass nur bei wenigen Konzerten der Saal wirklich voll wird. Nicht selten ist er halb leer anzutreffen.

Auf der anderen Seite werden durch die Globalisierung die verschiedensten Ethno-Musiken auch in Europa präsenter. Diese kommen ebenfalls unplugged am besten zur Geltung. Da sie aber nur für kleine Gruppierungen Identität vermitteln, ist die wirtschaftliche Existenz einer solchen Veranstaltung in der Regel eher schwierig. Somit sind sie bis anhin gezwungen die Aufführungen an zweitklassigen Orten zu
präsentieren. Diesen Gruppen eine Basis zu schaffen, welche ihnen eine würdige Auftrittbühne bietet, macht durchaus Sinn. Dabei geht es nicht um Dominanz, sondern primär um Präsenz.

Es heisst: „Konkurrenz belebt“. Aber bezüglich klassischer Musik scheint eher „Konkurrenz lässt aussterben“ der Fall zu sein. Daher vermute ich vielmehr, dass sich die klassische Musik, vielleicht aus steifen Prinzipien heraus, nicht dem Markt anpassen konnte. Anders ist es bei der Ethno-Musik, die nie über Marginalität hinausgekommen ist. Ein Raum für Aufführungen dieser unterschiedlichen Gruppen würde beiden einen Aufschwung ermöglichen. Ein grosser Fundus an kulturellem Erbe aus der ganzen
Welt würde die Zusammenarbeit der Künstler bereichern und zu Neuinterpretationen anregen.

Bereits angesprochen ist das Publikum der Klassischen Europäischen Musik, welches am Schrumpfen ist. Um das junge Publikum anzusprechen, soll das Projekt mit seinem Ausdruck, dem bei jungen Leuten oft verbreiteten Vorurteil gegenüber klassischer Musik, entgegen wirken. Die gesamte Kultur, welche sich neben der klassischen Musik bildet, schreckt ab oder verunsichert die Jugend. Auf sie wirkt sie bieder, alt, langweilig und teuer. Die Jugend wird nicht von sich aus zu klassischen Musikkonzerten hingehen, also sollte die Klassische Musik zur Jugend hingehen. Wenn nun die KEM aus diesem „nicht-Jugend-ansprechenden“ Kontext herausgenommen wird und in einem modernen und zeitgemässen Bezugsrahmen auftritt, würde es an Attraktivität gewinnen und das Interesse des jungen Publikums wecken.

Mit einem neuen Ort der Begegnung möchte ich einen Raum schaffen, der die Koexistenz von Klassisch Europäischer- und globaler Ethno-Musik adäquat ermöglicht. Dabei soll nicht die KEM im Vordergrund stehen, sondern vielmehr in Verbindung mit spartenfremden Konkurrenten eine neue Aktivitätsbasis geschaffen werden. Konkurrenz würde in diesem Fall wieder belebend wirken. Die Globale Ethno-Musik würde abwechslungsweise mit KEM den gleichen Raum für seine Aufführungen beanspruchen.

Man könnte sich vorstellen, dass das „Schweizer Jugend Sinfonie Orchester“ ein Konzert in Zürich West aufführte. Orchestermitglieder und junge Freunde befinden sich nach der Aufführung an einem attraktiven Ausgangspunkt von welchem aus sie sich direkt ins Zürcher Nachtleben stürzen könnten. Unterschiedliche kulturelle Interessen könnten so vereint werden. Oder es findet ein argentinisches Tangokonzert statt, welches die Lust auf mehr Tanz in einem der nahegelegenen Clubs anregt.

Die gesamte Publikation kann hier gelesen werden:
>>> unplugged in Zürich West

 

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